Digitale Bildung schwach Leider hilflos im Netz DIRK WALTER

Digitale Bildung schwach. Leider hilflos im Netz .

DIRK WALTER

Eine wenig beachtete Studie hat deutschen Achtklässlern gerade ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt: Ihre digitale Bildung ist mangelhaft. Sie daddeln zwar viel am Smartphone, verstehen in Wahrheit aber nicht, was sie da tun. Viel zu vielen Schülern gelingt es beispielsweise nicht, seriöse von unseriösen Quellen im Internet zu unterscheiden. Und fit in der Digitalisierung im eigentlichen Sinn – also dass sie Algorithmen erkennen oder gar Programmieren können – ist kaum ein Jugendlicher. Das macht schon stutzig. In einer Zeit, in der die Arbeitswelt einem rasanten (digitalen) Wandel unterliegt, haben sich die Schulen kaum vom Kreidezeitalter entfernt.

Ganz unrecht hat die (in Wahrheit hier ja machtlose) Digitalministerin Judith Gerlach mit ihrer Forderung nach einem digitalen Basisunterricht daher nicht: Trotz tausender Digital-Berater, Systembetreuer und Fortbildungsexperten sind die bayerischen Schüler in den letzten Jahren, was den Umgang mit digitalen Medien betrifft, nicht schlauer geworden. Könnte man den Mitteleinsatz exakt messen, wäre das wohl ein Fall für den Rechnungshof oder Steuerzahlerbund. Ob nun der zusätzliche Einsatz von Digitalbotschaftern an jeder Schule, wie Gerlach sie vorschlägt, einen Mehrwert hätte, ist fraglich. Wahrscheinlich eher nicht. Personal und Geld gibt es genug. Das Wichtigste sind rasche Fortbildungen der Lehrer, aber auch Kreativität und Einsatzfreude im Umgang mit Digitalmedien. Das sind Baustellen, um die sich die Zuständigen mit mehr Eifer als bisher kümmern müssen.

Dirk.Walter@ovb.net

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