Digitale Aufklärung statt Fake News

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Vorstoß von Doro Bär (CSU). BARBARA NAZAREWSKA.

Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) will eine Bundeszentrale für digitale Aufklärung schaffen. Das ist ein guter Ansatz. Denn im Netz kursieren millionenfach krude Falschinformationen. Und obwohl sie oft an Absurdität nicht zu überbieten sind, etwa dass 5G das Coronavirus überträgt oder Bill Gates Menschen heimlich Mikrochips einpflanzt, glauben viele daran und verbreiten diese „Nachrichten“ auch noch fleißig. Eine seriöse digitale Instanz, die hilft, Quellen zu hinterfragen und Wahrheit von Lüge zu unterscheiden, wäre ein Gewinn. Vorausgesetzt, sie erreicht die Bürger – und zwar in der Breite.

Betrachten wir das mal aus der Elternsicht: Jeder, der Kinder hat, weiß, dass die sich vor allem auf Youtube oder sozialen Netzwerken wie Instagram oder Tiktok tummeln. Gleichzeitig kennen viele Mütter und Väter diese Kanäle nur vage. Da hilft Aufklärung sehr. Zugleich muss die neue Zentrale – via social media – ihren Weg auf die Smartphones junger Menschen finden. Das ist nicht leicht. Bei Senioren sieht es noch ganz anders aus: Auch sie bekommen E-Mails oder „WhatsApps“, oft fehlt ihnen aber digitale Expertise. Wie soll man Ältere erreichen?

Kurzum: Die Stoßrichtung passt, aber es ist nicht damit getan, auf einer Internetplattform Fragen rund um „Fake News“ zu beantworten, sondern – parallel – digitales Wissen in der Gesellschaft zu verbreiten, gekoppelt mit einer generationenübergreifenden Medienbildung.

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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