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Diesmal ist NRW das Vorbild

Maskenpflicht an den Schulen. MARC BEYER.

Fünf Tage waren Mecklenburg-Vorpommerns Schulen geöffnet, dann sperrten die ersten wieder zu. Überraschend daran ist nur der arg frühe Zeitpunkt, das Szenario als solches war erwartbar. Wenn 153 000 Schüler und tausende Lehrer sich begegnen, in geschlossenen Räumen und mit bestenfalls mittelmäßigem Hygieneschutz, lässt sich ein Virus nicht ewig unter Kontrolle halten.

Es ist ein bunter Mix an Maßnahmen, der in den Bundesländern gilt. Manche verbieten das Singen, andere verzichten auf das Abstandsgebot, bilden dafür feste Gruppen. Mal wird bei einem positiven Test die ganze Schule geschlossen, mal nur die betroffene Klasse heimgeschickt. Das alles hat mit Föderalismus und den Befugnissen der Länder zu tun, aber auch mit Unentschlossenheit und der Scheu vor unpopulären Entscheidungen.

Maskenpflicht im Unterricht besteht nur in NRW – kurioserweise also in einem Land, dem oft ein zu laxer Umgang mit dem Virus vorgeworfen wird. Es ist gut möglich, dass manches Ministerium nun über eine Verschärfung nachdenkt. Es wäre sehr zu wünschen.

Wie in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens sind Masken das entscheidende Instrument, um das Virus in Schach und den Betrieb am Laufen zu halten – und das mit geringem Aufwand. Stundenlang Mund und Nase zu bedecken, ist eine empfindliche Einschränkung. Aber verglichen mit den Härten, denen Schüler und Eltern im Frühjahr ausgesetzt waren, eine mehr als erträgliche.

Marc.Beyer@ovb.net

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