Meinung

Wahl des Intendanten beim Bayerischen Rundfunk: Dieser Posten ist kein Traumjob

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Kommentar – Intendant eines öffentlich-rechtlichen Senders – das war früher ein Traumjob. Man sonnte sich als deren Chef (Chefinnen kamen erst spät) im Glanz diverser Radio- und Fernsehlieblinge. Man wurde umschmeichelt von Politikern und anderen Entertainern, die im Programm vorkommen wollten, und konnte sich nie versiegender Gebührengelder sicher sein.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Immer schriller wurden in den vergangenen Jahren die Diskussionen um den Rundfunkbeitrag, von vielen wutentbrannt „Zwangsabgabe“ genannt, hinzu kam die schwindende Akzeptanz von ARD und ZDF, in den Augen der Kritiker nichts anderes als „Staatsfunk“ oder „Lügenpresse“, dazu kontinuierlich sinkende Quoten infolge eines immer größeren Angebots, nicht zuletzt durch die prosperierenden Streamingdienste.

So gesehen erstaunlich, dass sich beim Bayerischen Rundfunk (BR) gleich drei Kandidaten, eine Frau und zwei Männer, um den – immerhin gut dotierten – Chefposten bewerben. Denn die Öffentlich-Rechtlichen blicken in eine ungewisse Zukunft. Mindestens ein Länderparlament könnte die Zustimmung für die Gebührenerhöhung ab 2021 versagen, die Folge wären weitere Einschnitte bei Programm und Personal. Nichts, womit man sich intern und bei den Zuschauern Freunde macht.

Rudolf.Ogiermann@ovb.net

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