MEINUNG

Entscheidung zu Astrazeneca: Die zweite Chance

-
+
-
  • vonAlexander Weber
    schließen

Zugegeben: Ein mulmiges Gefühl bleibt. Von Anfang an stand die Markteinführung des Corona-Impfstoffs Astrazeneca unter keinem glücklichen Stern.

Erst hieß es, das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers sei für über 65-Jährige nicht geeignet. Dann gab es Lieferprobleme bei den bestellten Mengen. Und schließlich die Berichte über mögliche Thrombose-Risiken in Zusammenhang mit einer Impfung. 13 Fälle auf 1,6 Millionen Geimpfte – das hört sich wenig an. Es sei denn, man ist einer oder eine der Betroffenen.

Jetzt haben die Experten der Europäischen Arzneimittel Agentur nachgearbeitet und geben erneut grünes Licht für den Impfstoff, ohne den die gesamte Impfkampagne in Deutschland auf tönernen Füßen stünde. Das lässt bei manchen den Verdacht aufkeimen, hinter den Kulissen sei zu viel politischer Druck auf die EMA ausgeübt worden, um Astrazeneca vom Markt zu nehmen. Andererseits: Der Druck auf die Wissenschaftler war Anfang der Woche vermutlich nicht geringer, bis auf Weiteres vor der Verwendung des Vakzins zu warnen. Sie taten es dennoch. Das schafft Vertrauen.

Viele Chefärzte und Virologen behaupten glaubhaft, sie selbst hätten keine Scheu, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen. Die Botschaft ist klar: Die Vorteile überwiegen bei Weitem die Risiken. Der Weg zurück in die Normalität führt nur über eine erfolgreiche Impfung.

Alexander.Weber@ovb.net

Kommentare