Urteil zugunsten der Wirte: Die Versicherungen spielen mit ihrem Ruf

ANDREAS THIEME
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ANDREAS THIEME

Der Lockdown war eine harte Zeit – ganz besonders für die Gastronomen, die wochenlang zusperren mussten. Für sie geht es noch immer um die Existenz.

Verständlich also, dass sie jetzt um ihr Geld kämpfen. Nicht verständlich ist hingegen, dass die Versicherungen sich seit Wochen weigern, den Schaden der Wirte zu ersetzen.

Teilweise jahrzehntelang hatten die Gastronomen eingezahlt, um sich gegen eine Betriebsschließung abzusichern. Dieser Fall war nun in der Pandemie eingetreten – und trotzdem haben die Versicherungen nicht gezahlt. Mehr noch: Vor Gericht versuchen sie sich nun mit teils ungehörigen Methoden aus der Verantwortung zu stehlen. Es wurde sogar bestritten, dass die Allgemeinverfügung des Freistaats Gültigkeit hatte. Obwohl der Verwaltungsgerichtshof das schon vor Wochen bekräftigt hatte. Ein mieses Spiel also. Denn wer wie die Versicherungen seine Kunden in der Not hängen lässt, verspielt seinen Ruf – und das Vertrauen.

Zum Glück setzt das Landgericht mit dem ersten Urteil zugunsten eines Wirtes Maßstäbe: Christian Vogler vom Augustinerkeller erhält 1,014 Millionen Euro von der Bayerischen Versicherungskammer. Ein wichtiges Urteil, das Gastronomen stärkt. Und eines mit Signalwirkung.

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