Winter mit dem Virus: Die Stunde der Corona-App?

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 SEBASTIAN HORSCH

Der Winter kommt. Diese lapidare Feststellung löst in diesem Jahr bei vielen andere Gedanken aus als sonst.

Zur Vorfreude auf Schnee und Weihnachten kommt 2020 nicht nur bei der Kanzlerin die Sorge vor nach oben schnellenden Corona-Infektionszahlen – und einem drohenden Kontrollverlust.

Diese Sorge ist gerade dort berechtigt, wo viele Menschen zusammenleben. Wenn die Tage kälter werden, leeren sich in den Städten die Radwege und die Bahnen und Busse füllen sich. Auch in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern wird es voller werden – und schwieriger, Abstand zu halten. Mehr potenziell gefährliche Situationen werden zu mehr Ansteckungen führen – und zu weniger Nachverfolgbarkeit. Eine „diffuse Verbreitung“ befürchtet die Bundesregierung. Die Gesundheitsämter könnten an ihre Grenzen geraten.

Jetzt müsste eigentlich die Stunde der Corona-App schlagen, die schnell vor möglichen Infektionen warnt. Knapp 16 Millionen User nutzen sie laut RKI zurzeit aktiv. Doch Experten halten die Download-Zahlen für zu niedrig – wohl auch, weil die App auf älteren Geräten nicht läuft. Wenn Bundesregierung und Hersteller für dieses und andere Probleme keine Lösung finden, läuft das 60-Millionen-Euro-Projekt Gefahr, als Flop zu enden. Noch aber sollte man die App nicht ganz abschreiben.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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