Meinung

Renten-Papier der CDUDie Revolution ist abgesagt

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  • Klaus Rimpel
    vonKlaus Rimpel
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Die Menschen werden älter, die Riester-Rente ist ein Flopp mit hohen Bürokratiekosten, immer mehr Senioren geraten in die Armutsfalle: Es gibt viele Gründe, unser Rentensystem grundlegend zu reformieren.

Insofern ist es gut, dass die CDU nun mit einem Rentenpapier vorprescht, schließlich sollte die Zukunft der Altersvorsorge eines der zentralen Themen des Bundestagswahlkampfs sein. Doch der Gewichtsverlust dieses CDU-Konzepts lässt ahnen, dass ein ehrlicher Renten-Wahlkampf kaum zu erwarten ist: Alles, was an brisanten Punkten in ursprünglichen Fassungen des Papiers zu lesen war, wurde im parteiinternen Heißwaschgang rausgespült.

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So ist die Passage zur „flexiblen Lebensarbeitszeit“ nur noch schwammig formuliert. Dabei wäre es für jüngere Wähler schon aufschlussreich, auf welches Renteneintrittsalter sie sich langfristig einstellen müssen. Und die Forderung, dass auch Beamte und Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen sollten, wurde auf Druck des CDU-Wirtschaftsflügels gleich ganz rausgestrichen. Kurz: Die Renten-Revolution, die der Sozialflügel mit dem Papier plante, ist abgesagt.

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Kein Wunder: Mit Geschenken wie den letzten Wahlkampfschlagern „Rente mit 63“ und Mütterrente lässt sich eben besser Wahlkampf machen als mit bitteren Wahrheiten über künftige Löcher in den Rentenkassen.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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