Die Macht der Stammtische

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Amateurfußball erlaubt. GÜNTER KLEIN.

Rainer Koch, der Präsident, kokettiert gerne mit der Größe seines Bayerischen Fußball-Verbandes, er rechnet dann vor, dass Bayern als eigenständiges Land gemäß Mitgliederzahlen in der UEFA die Nummer acht wäre. Die Rechnung ist natürlich geschönt, weil in ihr auch die chinesischen Beitragszahler des FC Bayern enthalten sind – aber unbestritten hat der BFV Einfluss. Und darum hat Ministerpräsident Markus Söder das Beckenbauersche „Geht’s naus, spuit’s Fuaßboi“ übernommen. Spielbetrieb – sogar mit Zuschauern – wird wieder erlaubt.

Ein Freiluftsport, von Fans in den unteren Ligen – und um die geht es – nicht gerade überlaufen, da kann man am ehesten die Zügel lockern (die Hallenentscheidung wird kniffliger). Die stillgelegte Basis hatte ja auch gemurrt, und Söder weiß, dass an den Vereinsstammtischen Meinungsmultiplikatoren sitzen – also darf man nicht den Eindruck erwecken, diejenigen, die sich als Stütze des Gemeinwohls empfinden, nicht zu hören. Die Staatsregierung hat nachgegeben.

Risikolos ist diese flächendeckende Erlaubnis zum Spielbetrieb nicht, wo es auf die Infektionsjahreszeit zugeht. Der Amateurfußball muss regional Unterbrechungszeiten einkalkulieren. Aber er trägt ein lockeres Terminkorsett, denn er spielt in aller Ruhe die alte Saison zu Ende. 2020/21 hat er abgesagt. Es war weise Voraussicht.

Guenter.Klein@ovb.net

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