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Nach dem Corona-Lockdown droht die Pleitewelle im Handel: Die Läden brauchen Hilfe

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Der Lockdown wird noch eine Weile dauern, soviel ist spätestens seit dem Wochenende klar. Schlechte Nachrichten für den innerstädtischen Einzelhandel. Die meisten Geschäfte bleiben bis auf Weiteres dicht.

Tausende von ihnen werden womöglich gar nicht wieder aufmachen, weil sie ihre Rücklagen schon im ersten Lockdown aufgebraucht haben und der Wegfall des Weihnachtsgeschäfts ihnen endgültig das Genick gebrochen hat. Die Corona-Krise habe nur einen ohnehin unvermeidlichen Strukturwandel in der Branche beschleunigt, sagen Experten – und suggerieren damit, die Pleitewelle, die nun über den Einzelhandel hereinzubrechen droht, sei nötig und irgendwie richtig. Wirklich?

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Viele werden beim Online-Handel bleiben

Der Online-Handel war zweifellos schon vor der Pandemie auf dem Vormarsch. Die Schließung von Geschäften brachte dann noch mehr Menschen dazu, im Internet zu ordern. Viele von ihnen, die keinen Wert auf Beratung legen, werden diese Art des Einkaufs auch beibehalten. Viele haben durch den Lockdown aber auch eine Vorstellung davon bekommen, wie sich Innenstädte ohne die vielen kleinen und großen Geschäfte anfühlen würden, wie es wäre, ohne Bummel, ohne Begegnungen, ohne Entdeckungen.

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Wenn der Staat nun den Handel dabei unterstützen will, sich die Digitalisierung zunutze zu machen und trotzdem persönlich vor Ort zu bleiben, ist das keine Subventionierung, die eine notwendige Marktbereinigung verzögert. Es ist eine Investition in eine lebenswerte Innenstadt, die mit Fantasie und neuen Allianzen – etwa mit Kultur und Gastronomie – am Ende sogar noch ein bisschen attraktiver sein könnte als vor der Krise.

Corinna.Maier@ovb.net

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