Meinung

Deutsche Fußball-Nationalmannschaft: Die Kritik gilt dem Verband

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Kommentar – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nicht an allem schuld. Sie hat, wie Jogi Löw zu sagen pflegt, „scho au“ ein bisschen Pech: Dass ein Virus über die Welt kommt und das Team zehn Monate ohne jegliche Gelegenheit blieb, das zu reparieren, was 2018 kaputt geschlagen worden ist.

Selbst wenn die Europameisterschaft im Sommer 2021 endlich stattfinden kann, wird die Auswahlmannschaft des DFB drei Jahre ohne Turnierpräsenz geblieben sein. Doch nicht bei Qualifikations- oder Freundschaftsspielen, sondern nur bei einem großen Anlass, bei WM oder EM, kann man diese großen Gefühle des Sommers wiederentdecken: Fußball, Freude, Fanmeile, Lagerfeuer, Erinnerung an Südafrika, Brasilien.

Doch so bestimmt den letzten Eindruck eben Russland 2018. Die breite Öffentlichkeit hat nicht den Eindruck, dass diese Pleite angemessen aufgearbeitet wurde. Diejenigen, die aussortiert wurden, sind nicht die, die ursächlich verantwortlich waren – so ist zumindest die Mehrheitsmeinung.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff verteidigt vehement die jetzigen Spieler. Das ist ehrbar, aber nicht notwendig. Die Kritik richtet sich schließlich nicht gegen sie, sondern die Politik der Überhöhung, die der Verband mit seiner Mannschaft nach den Erfolgen veranstaltet hat. Ein Verband, der zudem schon lange wenig dafür getan hat, ein gutes Bild abzugeben. Es kommt alles zusammen.

Guenter.Klein@ovb.net

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