Kommentar

Der Mordfall Peggy: Die Ermittler haben versagt

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KATRIN WOITSCH.

Das Schicksal der kleinen Peggy aus Oberfranken hat Menschen in ganz Deutschland bewegt. Gestern ist das letzte Kapitel in einem langen und teilweise verstörenden Ermittlungskrimi zu Ende gegangen.

Es ist das schlimmste Ende, das vorstellbar war: Die Polizei hat 19 Jahre lang im Nebel gestochert – und muss nun aufgeben. Es gibt keine Spuren mehr. Wer Peggy ermordet hat, wird wohl nie aufgeklärt werden.

Schlamperei bei der Spurensicherung

Der Fall Peggy ist nicht der einzige ungeklärte Mordfall. Aber es gibt wohl kaum einen anderen, in dem so viele Ermittlungspannen passiert sind. Ein geistig behinderter Mann wurde verurteilt und wieder freigesprochen, es gab etliche ergebnislose Grabungen, heiße Spuren erwiesen sich als falsche Fährten – andere wurden viel zu spät oder gar nicht verfolgt. Die Pannenserie endete damit, dass DNA-Spuren des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt an Peggys Skelett landeten – durch Schlamperei bei der Spurensicherung. Spätestens danach war das Vertrauen in die Ermittler endgültig verloren. Im Fall Peggy hat die Polizei versagt.

Unfassbar gelitten hat unter den vielen Pannen Peggys Familie. Sie wird nun wohl nie erfahren, was dem neunjährigen Mädchen damals passiert ist. Das macht es noch schwerer, Frieden zu finden. Der Gedanke, dass der Mörder oder seine Helfer wegen fehlender Beweise weiter in Freiheit leben können, ist kaum zu ertragen.

Katrin.Woitsch@ovb.net

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