Friedensnobelpreis: Die bessere Entscheidung

Der Friedensnobelpreis geht an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Die spektakulärste Schlagzeile ist das nicht gerade.

Da hätte Greta Thunberg als Preisträgerin mehr hergemacht. Oder?

Dazu ein paar Fakten: Seit 1963 kämpft das WFP für eine Welt ohne Hunger. Und auch wenn die Organisation noch immer weit davon entfernt ist, ihr Ziel zu erreichen, hat sie seither Enormes geschafft. Wo immer auf diesem Planeten Not herrscht, ist das WFP meist nicht weit. Nach Naturkatastrophen kümmern sich seine Helfer um diejenigen, die alles verloren haben. In Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern halten sie die Lebensmittelversorgung so gut es geht aufrecht. Sie stemmen Projekte, in denen Bedürftige nicht einfach nur Geld erhalten, sondern auch Anerkennung, weil sie etwas Sinnvolles dafür tun können. Sie spenden Nahrung und Hoffnung – für aktuell eine Million Menschen in 88 Ländern.

SEBASTIAN HORSCH

Mit seiner Wahl rückt das Nobelkomitee das WFP und seine Sache ins Rampenlicht. Angesichts von mehr als 130 Millionen, die weltweit Hunger leiden, ist das eine goldrichtige Entscheidung. Und nichts gegen Greta. Die Schwedin hat der Welt in ungekannter Klarheit vor Augen geführt, dass sich etwas ändern muss. Eine bemerkenswerte Leistung – besonders für eine 17-Jährige. Aber an Aufmerksamkeit für ihr Anliegen mangelt es der Fridays-for-Future-Frontfrau nun wirklich nicht.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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