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Verschärfung des Corona-Lockdowns in Deutschland: Die Ansprüche der Bürger wachsen

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Nach elf Monaten Corona sind die Rezepte der Politik noch immer die der ersten Stunde: Weil zunächst der leichte, dann der härtere Lockdown die Zahlen nicht ausreichend senken konnten, schärft man jetzt noch einmal nach. Ein wenig hilflos wirkt das schon.

Denn ob es in der Virus-Bekämpfung etwas bringt, Ausflüge in die freie Natur zu verbieten, während volle Züge hunderttausende Pendler in die Büros der Großstädte gondeln, ist nur die eine Frage. Die viel grundsätzlichere lautet, was es überhaupt noch hilft, die Daumenschrauben im Privaten immer enger zu ziehen. Man verärgert allmählich auch jene, die sich verantwortungsvoll verhalten. Und bei den anderen, die die (massiven) Vorgaben des Staates für sich schon immer mit Füßen treten, dürfte auch diese Verschärfung kein Umdenken mehr herbeiführen.

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Je mehr der Staat ins Leben seiner Bürger eingreift, desto mehr wächst die Anspruchshaltung der Bürger, dass auch der Staat seine Hausaufgaben macht. Zu viel ist versäumt worden – vom wirksamen Schutz der Altenheime bis zur Verbesserung der Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter. Immerhin: Das Problem des schleppenden Impfstarts ist endlich im Kanzleramt angekommen. Aber warum gibt es weiter zu wenige FFP2-Masken und kaum Schnelltests für Jedermann, die die Sicherheit bei Treffen erhöhen können? Alte, Familien und Kinder zuhause einzusperren ist keine dauerhafte Lösung!

Die Politik muss aufpassen. Umfragen mögen Zustimmung signalisieren, aber allmählich wächst die Ungeduld. Januar, Februar, März werden noch sehr, sehr lang. Und nicht vergessen: Im September ist Bundestagswahl.

Mike.Schier@ovb.net

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