Deutsch-französischer Vertrag Ein Signal der Hoffnung

Deutsch-französischer Vertrag. Ein Signal der Hoffnung .

ALEXANDER WEBER

Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen, in denen die Welt von irrationalen Wellen à la Brexit und Trump überflutet und von machtbewussten Eroberungsstrategen wie Putin und Xi herausgefordert wird, kommt der deutsch-französische Vertrag wie ein Signal der Hoffnung daher. Auch wenn manches hehre Ziel wohl lange Wunschtraum bleiben wird, so sind Berlin und Paris doch entschlossen, nicht nur die Vergangenheit seit dem Elysée-Vertrag 1963 zu glorifizieren, sondern die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam anzupacken und so andere in Europa hoffentlich mitzuziehen. Mehr Partnerschaft auf diplomatischer Bühne, bei Sicherheit und Forschung, vor allem aber auch das Bemühen, den Lebensalltag der Menschen in den Grenzregionen zu erleichtern, sind politische Antworten auf der Höhe der Zeit.

Wie das Gegenprogramm aussieht, zeigen die Proteste von Populisten in beiden Ländern. Rechtsaußen Marine Le Pen in Frankreich beschreit das Gespenst der alten Erbfeindschaft und diffamiert die geplante Kooperation in Grenzregionen als „deutsche Vormundschaft über das Elsass“. Sozialist Mélenchon geißelt den Vertrag als Plan für sozialen Kahlschlag. Und AfD-Chef Gauland argwöhnt in altbekanntem Reflex, Macron trachte eh nur nach deutschem Geld. Wohin die Rezepte der Nationalisten führen, kann man auf den Soldatenfriedhöfen entlang der deutsch-französischen Grenze eindrucksvoll besichtigen.

Alexander.Weber@ovb.net

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