Meinung

Reisen im Corona-Lockdown: Der schmerzhafte Lerneffekt

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Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr war Bundeskanzlerin Merkel und den 16 Landesregierungen klar: Die Grenzen dürfen bei einer zweiten Welle nicht wieder geschlossen werden. Und in der Tat: Sogar in der jetzt aufkommenden dritten Welle bleiben die deutschen Außengrenzen allesamt geöffnet. Gute Reise also!

Von wegen. In der Praxis kommt man heute nicht weiter als im Frühjahr – die Regierungen nennen es nur nicht mehr Grenzschließung. Sie haben dafür andere Hürden aufgebaut, die unterm Strich aufs gleiche hinauskommen. Hinaus geht’s nur mit einem triftigen Grund (Frankreich, Dänemark), wieder hinein nur mit einer zehntägigen Quarantäne im Anschluss.

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Immerhin: Nach Tirol kann man auch grundlos reisen, muss aber knapp drei Wochen für die Quarantäne auf beiden Seiten einplanen. Also, sind wir ehrlich: Die Grenzen sind geschlossen – und das wird auch noch lange so bleiben.

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Zu schmerzhaft war der Lerneffekt, noch bevor sich die zweite Welle überhaupt aufbauen konnte. Gerade in den Grenzregionen zu Österreich und Tschechien war die Lage bereits im Oktober außer Kontrolle geraten. Bayern verschärfte dann Zug um Zug die Regeln für den Grenzübertritt – bis eben so gut wie nichts mehr ging. Selbst auf österreichischer Seite sind die Öffnungswünsche längst verstummt. Corona nutzt die offenen Grenzen aus, das ist jetzt allen klar.

Bernd.Ernemann@ovb.net

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