Meinung

Israel auf Friedenskurs zu den arabischen Staaten? Der gemeinsame Feind Iran

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  • vonAlexander Weber
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Abseits des Blickwinkels der Weltöffentlichkeit, der schon einige Zeit fast ausschließlich auf die Krisenherde Corona, Türkei, internationaler Terror oder den global wachsenden Machtanspruch Chinas gerichtet ist, vollzieht sich im Nahen Osten zunächst ganz langsam, doch nun immer deutlicher ein Wandel, den vor ein, zwei Jahren noch niemand für möglich gehalten hätte: Israels Annäherungskurs an die arabischen Staaten.

Wurde das erste Abkommen zwischen der Regierung Netanjahu und den Vereinigten Arabischen Staaten noch eher als überraschendes Phänomen bestaunt, so wird nun doch ein größeres strategisches Puzzle sichtbar. Nach der Einigung mit Bahrain peilt Israel offensichtlich auch ein Agreement mit dem bisherigen Erzfeind Saudi-Arabien an. Motiv des neuen Kurses in Jerusalem ist wohl weniger eine plötzliche Läuterung des umstrittenen Ministerpräsidenten Netanjahu.

Es ist vielmehr die gemeinsame Angst vor dem atomaren Machtstreben des Mullah-Staats Iran. Auf arabischer Seite ist die Sorge vor Teheran so groß, dass man sogar das alte Dogma – Frieden mit Israel erst nach einer Lösung für die Palästinenser – hintanstellt. Es wird spannend zu sehen, ob die neue US-Regierung Trumps Spuren im Nahen Osten folgen oder die Karten neu mischen wird.

Alexander.Weber@ovb.net

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