Meinung

Bauernproteste: Der Frust ist verständlich

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  • Dominik Göttler
    vonDominik Göttler
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In der Hochphase der Pandemie ist es ruhiger geworden um die deutschen Landwirte. Doch seit einigen Wochen machen sie ihrem Ärger wieder Luft.

Solange dabei nicht mit historisch belasteten Landvolk-Fahnen gewedelt wird, ist der Frust zu einem gewissen Grad verständlich. Denn gerade kleine Höfe leiden seit Jahren darunter, in der Wertschöpfungskette an letzter Stelle zu stehen. Handel und Zwischenverarbeiter geben den Preisdruck ungeniert weiter, während die von der Gesellschaft (zurecht) geforderten Auflagen zu mehr Tierwohl und Umweltschutz auf den Schultern der Bauern abgeladen werden.

Jüngster Zankapfel ist das neue Insektenschutzpaket, mit dem viele Bauern fürchten, einen Teil ihrer Flächen nicht mehr bewirtschaften zu können. Das Problem: Gerade beim Insektenschutz sind Verbesserungen dringend notwendig, da sind sich die Experten einig. Umso wichtiger ist, dass der Staat die Umweltleistungen der Landwirte auch honoriert. Am besten durch eine zielgerichtete EU-Agrarförderpolitik. Gleichzeitig müssen aber neben der Landwirtschaft auch die anderen Treiber des Insektensterbens angepackt werden. Doch bei Fragen nach dem Flächenverbrauch oder der Rolle der Verkehrsbranche ist die Politik seltsam zahm.

Dominik.Goettler@ovb.net

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