Meinung

Abzug von US-Truppen aus Deutschland aufgeschoben: Der Druck wird bleiben

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Für Deutschland, vor allem den Süden, ist es eine großartige Nachricht, sollte der US-Kongress den massiven Truppenabzug stoppen. An Standorten wie Grafenwöhr sind Bindungen gewachsen, die Trumps Hau-Ruck-Befehl zerrissen hätte; natürlich würden strukturschwache Räume den Abbruch der Investitionen bitter spüren.

Und auch militärstrategisch, gerade mit Blick Richtung Russland, wäre der Abzug ein Rückschritt für Europas Sicherheit und die Einsatzfähigkeit der Nato.

In der US-Außenpolitik scheint schon ein paar Wochen vor dem offiziellen Wachwechsel die Besonnenheit wieder einzukehren. Das ist schön – aber auch ein Stück trügerisch. Der Abzug ist nämlich weder ganz abgeblasen, noch ist das Problem dahinter gelöst. Auch die US-Demokraten sind nämlich unzufrieden mit Ausmaß und Qualität des deutschen Beitrags zur Verteidigung. Das hat schon Präsident Obama, so gülden strahlend er rückblickend auch verklärt werden mag, den Deutschen klipp und klar mitteilen lassen. Deutschland – eigentlich: ganz Europa – bekommt nun Aufschub, seine ineffiziente Verteidigungspolitik besser zu ordnen und zu stärken. Dafür gibt es jetzt auch eine Ausrede weniger.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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