Der Brandstifter heißt Erdogan

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Islamisten-Terror in Nizza. GEORG ANASTASIADIS.

Kaum einen Tag war es her, dass der türkische Präsident Erdogan mehrere europäische Länder eines „Kreuzzugs“ gegen den Islam bezichtigt hatte. Islamisten in Frankreich haben die Worte aus Ankara offenbar so verstanden, wie sie auch gemeint waren: als Aufruf, sich gegen ihre angeblichen christlichen Unterdrücker zu wehren. In Nizza mussten dafür gestern drei unschuldige Menschen sterben. Eine Frau wurde, wie Tage zuvor schon der Lehrer Samuel Paty, auf grauenvolle Weise enthauptet.

Auf den Terror von vor zwei Wochen reagierte Präsident Macron mit der Verhaftung und Ausweisung führender Islamisten. Doch kann es mit dieser Antwort nicht getan sein. Nicht nur Frankreich, sondern ganz Europa muss sich den geistigen Brandstiftern zuwenden, die von außen Hass in unsere muslimischen Gemeinden tragen und sie gegen ihr Gastland aufhetzen, an ihrer Spitze der Gernegroß Erdogan. Es ist der blanke Hohn, dass die Türkei nominell immer noch EU-Beitrittsaspirant ist, obwohl ihr Präsident Europa auf jede erdenkliche Art angreift. Mal setzt er Kriegsschiffe in Marsch, mal Migranten, mal bringt er Europas Muslime gegen ihre Regierungen auf. Bundeskanzlerin Merkel irrt: Diese Türkei ist kein Partner, schon gar kein verlässlicher. Erdogan behandelt Europa wie einen Gegner, und zwar mit der abgrundtiefen Verachtung, die ein Autokrat wie er, der vor Trump und Putin kuscht, nur Schwächlingen zuteil werden lässt.

Es ist für Europa Zeit, das grundlegend zu ändern und sich klar an  die Seite der von Erdogan angegriffenen Franzosen und Griechen zu stellen. Aggressoren beeindruckt man nicht mit Appeasement. Sondern mit Sanktionen. Wie viele Weckrufe braucht die EU denn bitteschön noch?

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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