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Meinung

Debatte um russische Künstler: Es gibt die Freiheit zur Nicht-Meinung

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Markus Thiel
  • Markus Thiel
    VonMarkus Thiel
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Beleidigend sei es, dass man bei einem Künstler den Wunsch nach Frieden infrage stelle, kritisiert Tugan Sokhiev. Der russische Dirigent ist eines der prominentesten Debattenopfer.

Bekanntlich gab Sokhiev daraufhin seinen Moskauer Chefposten, aber auch den in Toulouse auf. Die Causa zeigt, wie sehr sich (nicht nur ) die Anti-Putin-Diskussion auf geistesschlichtes SchwarzWeiß verengt hat. Ein Checklisten-Denken, mit dem man zurzeit die Gesinnung russischer Künstlerinnen und Künstler prüft.

So berechtigt die Entlassung eines aktiven Putin-Unterstützers wie Valery Gergiev auch ist: Schon das Beispiel Anna Netrebko zeigt, dass es Grauzonen gibt. Da sind zum einen ihre sub-intelligenten Einlassungen im Internet, zum anderen zeigt sie aber eine (unglücklich formulierte) Art von Einsicht – muss deshalb eine Karriere enden?

All dies berührt einen Grundsatz unseres Zusammenlebens. Zum rechtlichen Wertesystem, das wir gegen Putin & Co. zu Recht ins Feld führen, gehört auch die Freiheit zur Nicht-Meinung. Außerdem fällt es leicht, aus dem sicheren Westen heraus Menschen zu belehren, die in einer Diktatur um Familie und Freunde fürchten müssen. Moral ist gerade wichtiger denn je – aber nicht wenn sie zur unhinterfragten Pose gerinnt.

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