Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MEINUNG

Debatte um Marin-Videos: Nutznießer ist Russland 

marc-beyer-online-rahmen.jpg
+
Marc Beyer
  • VonMarc Beyer
    schließen

Als sei noch nicht alles gesagt, hat jetzt auch Annalena Baerbock Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin in Schutz benommen gegen Kritik an ihren Partyvideos. Auch Politiker hätten ein Recht auf Privatleben, sie selbst verbringe ihre Freizeit auch nicht nur mit Kartenspielen.

Man sollte meinen, solche Hinweise seien längst nicht mehr nötig, aber der Fall Marin lehrt das Gegenteil. Kein Mann auf dieser Führungsebene würde sich die Blöße geben, sein Partyverhalten zu verteidigen, schon gar nicht unter Tränen. Boris Johnson stürzte nur deshalb über seine Eskapaden, weil er Regeln brach.

Marin hingegen hat nichts Verbotenes getan, und doch steht sie am Pranger. Freizeit zu haben, sich zu amüsieren, trotz hoher Verantwortung – dafür müssen nur Frauen sich noch immer rechtfertigen.

Marin mag nicht unschuldig daran sein, dass die Feier-Bilder ihr um die Ohren gehauen werden, in besseren Tagen hat sie gerne mit ihrem Image als coole Regierungschefin gespielt. Die jüngste Veröffentlichung geht aber nicht auf sie zurück. Marin ist Opfer, nicht treibende Kraft. Und es fällt auf, dass die Veröffentlichung scheibchenweise erfolgte. Die Videos sind nicht nur ein banaler Aufreger fürs Sommerloch, sondern eine gezielte Attacke in einer Zeit, da das Land den Beitritt zur Nato anstrebt. Es mag auch in Finnlands Innenpolitik Nutznießer der Debatte geben. Der größte aber sitzt im Kreml.

Marc.Beyer@ovb.net

Kommentare