Debatte um Fleisch-Steuer Der falsche Hebel DOMINIK GÖTTLER

Debatte um Fleisch-Steuer. Der falsche Hebel .

DOMINIK GÖTTLER

Da ist sie wieder, die Schnitzelsteuer. Schon vor Jahren rieten Experten vergeblich dazu, den Mehrwertsteuersatz für Fleisch von 7 auf die vollen 19 Prozent zu erhöhen. Damals aus Gründen des Klimaschutzes. Nun kocht die Diskussion wieder hoch, diesmal sollen die zusätzlichen Euros in mehr Tierwohl fließen. Mehr Geld, schöner Stall, glückliches Tier. Problem gelöst? Nicht wirklich.

Grundsätzlich ist es ja eine sinnvolle Idee, den Verbraucher an den Kosten für tierwohlgerechtere Ställe zu beteiligen. Schließlich ist er es, der in den Umfragen zwar gerne mehr Platz fürs Schweinchen fordert, an der Fleischtheke dann aber doch lieber zur günstigsten Gelbwurst greift. Trotzdem gibt es bessere Wege als über eine erhöhte Mehrwertsteuer. Denn damit würde das schon jetzt deutlich kostspieligere Fleisch aus besonders tierwohlgerechter Haltung im Verhältnis noch teurer, während die Erhöhung bei Billigfleisch aus fragwürdiger Haltung nicht so stark ins Gewicht fallen würde.

Sinnvoller wäre, politisch gegen Dumping-Angebote in Supermärkten vorzugehen, so wie es Frankreich kürzlich vorgemacht hat. Eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für alle einzuführen, sodass der Kunde sofort weiß, was er kauft. Und die EU-Agrarpolitik endlich so umzubauen, dass Kriterien wie mehr Platz im Stall stärker belohnt werden als die reine Größe des Betriebs.

Dominik.Goettler@ovb.net

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