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Corona-Testpflicht für Rückkehrer in Bayern: Das Virus auf Reisen

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  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Deutschlands Sieben-Tage-Inzidenzwerte sind beunruhigend hoch, aber keineswegs rekordverdächtig. Insbesondere in den Ländern des Balkans wütet das Virus noch schlimmer als bei uns. Dort sind teilweise fünfmal mehr Menschen infiziert. Deshalb ist es richtig, dass Bayern eine zusätzliche Testpflicht für Urlauber und Familienrückkehrer einführt.

Damit es hinterher nicht wieder heißt, die Politiker hätten die Urlaubszeit verschlafen. Schon nach der Reiserückkehrwelle im September hatte sich das Infektionsgeschehen in Bayern deutlich beschleunigt.

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Europa mit seinen offenen Grenzen und dem intensiven Arbeitnehmeraustausch steht eben vor Problemen, die beispielsweise China mit seinem strikten Grenzregime nicht kennt. In Europa wursteln bei der Virusbekämpfung viele Länder mehr oder weniger erfolgreich vor sich hin. Und immer wieder droht die zeitweise Verbesserung der Lage, die einzelne Länder durch harte Lockdownmaßnahmen erreicht haben, durch Reisende aus Risikogebieten zunichte gemacht zu werden. Deshalb wäre es wichtig, die Maßnahmen, wie es Wissenschaftler gerade gefordert haben, grenzübergreifend besser zu koordinieren.

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In Ländern mit hohem Migranten-Anteil kommt hinzu, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen schon wegen der Sprachbarrieren an den gesellschaftlichen Debatten nicht teilnehmen, also auch durch Appelle aus der Politik weniger gut zu erreichen sind. Hier stehen die Arbeitgeber  in der Pflicht. Sonst könnte der Verzicht vieler auf ein Weihnachtstreffen mit Oma und Opa umsonst gewesen sein, weil stattdessen die aus Serbien oder Kroatien zurückgekehrte fleißige Pflegerin das Virus mitbringt.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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