Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MEINUNG

Das Ende der Ära Johnson: Konservative ohne Kompass

Mike Schier online rahmen
+
Mike Schier
  • Mike Schier
    VonMike Schier
    schließen

Am Schluss grenzte es an Realitätsverlust: Boris Johnson hat sich so oft entgegen aller Unkenrufe durchgesetzt – erst mit seinem Brexit, später dann bei Wiederwahl und Misstrauensabstimmung –, dass er offenbar auch diesmal glaubte, den Sturm rund um die Downing Street zu überstehen.

Für diesen unorthodoxen Premier war eine gesunde Portion Chaos ja immer die Arbeitsgrundlage. Regeln, juristische wie politische, galten nur für andere. Doch seit der Nacht zu Donnerstag nahm dieses Chaos groteske Züge an. Nun tritt er bald ab – also vielleicht. 

Man muss kein Fan von Olaf Scholz oder Angela Merkel sein – aber im Kontrast zu Johnsons Amtszeit wirkt das deutsche Regierungshandeln wohltuend seriös. Die Probleme der Zeit – von Krieg über Klima bis Inflation – sind einfach zu komplex, um ihnen auf Dauer mit launigen Sprüchen zu begegnen. Zwar sollte man Johnsons Intellekt keinesfalls unterschätzen, aber seine ewigen Skandälchen waren dem schwierigen Amt einfach nicht angemessen. Wie er sich am Schluss den demokratischen Realitäten verweigerte, nahm fast Trumpsche Züge an. 

Johnson hinterlässt einen Trümmerhaufen. Die Tories haben ihren moralischen Kompass verloren, nicht nur wegen Partys im Lockdown, weil Konservative im Parlament Pornos schauen oder im Suff andere Männer begrapschen. Intern sind sie komplett zerstritten, bekämpfen sich mit harten Bandagen. Der Nachfolger müsste also Land und Partei zusammenführen und Regeln wieder Geltung verschaffen. Da drängt sich bislang niemand auf.

Mike.Schier@ovb.net

Kommentare