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Corona-Schnelltest-Taskforce mit Spahn und Scheuer: Super-Idee – nur ein Jahr verspätet

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  • Klaus Rimpel
    vonKlaus Rimpel
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Testen, testen, testen! Bei unserer Bundesregierung klingt das derzeit so, als sei ihr gerade eben eine Super-Idee eingefallen, wie man die Corona-Pandemie bekämpfen kann, ohne gleich das ganze Land lahmzulegen.

Diese Test-Offensive könnte die Bürger ja wirklich positiv stimmen, wüssten sie nicht, dass Südkorea diesen großartigen Einfall mehr als ein Jahr früher hatte – und schon im März 2020 bei uns Politiker in vielen Talkshows bewundernd über die Teststrategie der Asiaten fabulierten.

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Nur eine Woche nach dem ersten Covid-19-Fall Ende Januar 2020 beauftragte Seoul Hersteller damit, Test-Kits zu entwickeln. Es gab dafür eine beschleunigte Zulassung, und die derart staatlich unterstützte Produktionsmaschine läuft seither auf Hochtouren.

Zweifel, ob Jens Spahn das alleine hinbekommt

Und bei uns? Da sagt Kanzlerin Merkel ein Jahr nach der südkoreanischen Test-Offensive den denkwürdigen Satz: „Wir brauchen sicherlich den Monat März, um eine umfassende Teststrategie aufzubauen.“ Eine „Taskforce“ für die Beschaffung wird gegründet – so eine englische Floskel klingt ja immer sehr dynamisch und verschleiert, worum es eigentlich geht: Wir haben keine Ahnung, ob es überhaupt genügend Tests auf dem Markt gibt, und trauen Jens Spahn nicht zu, dass sein Ministerium das alleine hinbekommt.

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Wer erfasst positive Selbst-Tests? Zahlen Arbeitgeber die Tests für ihre Angestellten selbst? Viele ungeklärte Fragen. Aber wir haben ja Zeit.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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