Coronavirus an Schulen Mangelnde Führung DIRK WALTER

Coronavirus an Schulen. Mangelnde Führung .

DIRK WALTER

Beim Coronavirus ist Führungsverantwortung und Mut zu Entscheidungen – auch unpopulären – gefragt. Also das, was einen Politiker auszeichnen sollte und was, um ein Beispiel zu nennen, auch Aufgabe eines Kultusministers in dieser Situation wäre. Doch mit Ratschlägen in der Corona-Krise ist Michael Piazolo bisher sparsam. Er zieht sich im Zweifelsfall auf Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zurück und überlässt konkrete Entscheidungen den einzelnen Schulen. Diese Einstellung ist häufig zu beobachten, nicht nur in der Schul-, auch in der Wirtschaftspolitik: vornehme Zurückhaltung, um Panik zu vermeiden. Aber so tritt der gegenteilige Effekt auf: Verunsicherung, Ratlosigkeit – am Ende Hysterie.

Der Umgang mit der Entscheidung des Robert-Koch-Instituts am Donnerstagabend, Südtirol zum Coronovirus-Risikogebiet zu deklarieren, ist ein Beispiel für diese Wegduck-Politik. Schulen und Kitas benötigen bei einer so weitreichenden Änderung der Lage schnelle Direktiven. Schon am Freitagmorgen hätte also eine Weisung vorliegen müssen. Etwa: Schüler, bleibt daheim! Baden-Württemberg hat so entschieden, auch für Kita-Kinder, und zudem jeden Schüleraustausch verboten. Stornierungskosten werden ersetzt. Bayern rang sich erst am Nachmittag zu ersten Maßnahmen durch. Es kann aber eigentlich nicht sein, dass jedes Bundesland seine eigene Coronavirus-Politik entwickelt. Hier fehlt eine ordnende Hand. Die wird auch künftig gefragt sein, zum Beispiel, wenn immer mehr Schulen schließen müssen und die Abschlussprüfungen nahen. Am besten bereitet man sich jetzt schon auf eine Verschiebung vor.

Dirk.Walter@ovb.net

Kommentare