Inzidenzen entscheiden über Existenzen

Meldeverzug bei Corona-Zahlen: Ordnung ins Datenchaos

DOMINIK GÖTTLER
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DOMINIK GÖTTLER
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Eine Zahl entscheidet in Bayern derzeit über Existenzen. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist bis zum landesweiten Lockdown und wohl auch danach Maßstab für Einschränkungen des öffentlichen Lebens, von der Wirtshaus-Sperrstunde bis zur Schulschließung.

Doch regelmäßig herrscht in den Landkreisen Verwirrung, weil die Berechnungen der Kreisbehörden teils erheblich von denen der übergeordneten Stellen beim Landesamt für Gesundheit und dem Robert-Koch-Institut abweichen.

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Die Ursachen reichen von der simplen Übermittlungspanne bis zur unterschiedlichen Rechenmethode. Das hat zur Folge, dass die Corona-Ampel in einzelnen Landkreisen wegen Meldeverzugs tagelang nicht umspringt, obwohl die Schwelle längst überschritten ist. Derweil mahnt die Politik, im Kampf gegen die Pandemie zähle jeder Tag.

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Bei einer Messgröße, die so entscheidend das öffentliche Leben beeinflusst, darf ein derartiger Zahlensalat nicht entstehen. Die Unsicherheit, die durch bis zu drei unterschiedliche Inzidenzwerte pro Tag aufkommt, konterkariert die Bemühungen der überlasteten Gesundheitsbehörden. Sie müssen einen Weg finden, um das Datenchaos in den Griff zu bekommen. Sonst versteht am Ende niemand mehr, warum er von einem Tag auf den anderen seine persönliche Freiheit einschränken soll.

Dominik.Goettler@ovb.net

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