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Der Corona-Lockdown und die Folgen: Krudes Verständnis von Wirtschaft

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Um es gleich zu sagen: Wir sollten Masken tragen, Abstand wahren und uns an Hygiene-Ratschläge halten. Es gibt darüber hinaus kein nachweisbar wirksames Rezept gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Ob die gegenwärtigen Einschränkungen weiterhelfen, kann noch keiner sagen.

Wenn im Berchtesgadener Land ein Inzidenzwert von 157,65 als Lockdown-Erfolg gefeiert wird, zeigt das vor allem, wie bescheiden die Maßstäbe inzwischen sind.

Ob der „Lockdown light“ das Patentrezept ist, als das er derzeit gilt, ist keineswegs gesichert: Die Menschen sollen zur Arbeit und noch einkaufen, um dann in den eigenen vier Wänden zu verschwinden. Dadurch, so hoffen die Erfinder, werde die Wirtschaft geschont und das Virus ausgebremst.

Das Konzept unserer Regierenden offenbart aber vor allem ein krudes Verständnis von Wirtschaft: Denn der bei Weitem größte Teil der Wertschöpfung in Deutschland beruht auf Dingen, die Menschen tun, wenn sie gerade nicht arbeiten. Vor allem dieser Teil ist vom Mittelstand geprägt, auf den man in guten Zeiten so stolz ist.

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Es gibt keinen belastbaren Hinweis, dass ordentliche Gastronomie, Theater, Kinos oder Konzerte mit Hygiene-Konzept zur Verbreitung des Virus nennenswert beigetragen haben. Dennoch stellt man sie in den Mittelpunkt. Dafür ist von den spektakulären Hotspots, in denen Menschen auf engen Raum zusammenarbeiten müssen und zusammenleben, von Großschlachtereien und engen Wohnheimen derzeit verdächtig wenig zu hören.

Martin.Prem@ovb.net

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