Meinung

Dauer-Ärger um die Impfungen gegen das Coronavirus: Sprengstoff statt Schutz gegen das Virus

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Die Veranstaltung wirkt schon wie ein Ritual: Wieder einmal haben Ministerpräsidenten und Kanzlerin einen Mittwoch bis spätabends damit zugebracht, sich über Inzidenzzahlen oder Quadratmetervorgaben die Köpfe heiß zu reden. Das Problem: Die Politik hat viele Bürger mit ihrem komplizierten Stufenplan, der noch dazu drei Wochen zu spät kommt, längst verloren.

Das große Thema heißt inzwischen: Impfstoff, Impfstoff, Impfstoff. Ob man im Berliner Regierungsviertel merkt, wie groß der Sprengstoff in dieser Frage schon ist?

Lange haben sich die allermeisten Bürger in der Pandemie an die Vorgaben des Staates gehalten. Sie ertrugen sogar geduldig, wenn sie von RKI-Chef Lothar Wieler oder Politikern wie Karl Lauterbach pauschal als unvernünftig abgekanzelt wurden. Sie vertrauten aber darauf, dass der Staat seinerseits die Corona-Hausaufgaben erledigt – also vor allem Impfstoff besorgt und dessen Verteilung organisiert. Selbst als die EU-Kommission die Bestellung versemmelte, blieb der große Aufschrei noch aus.

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Doch das Bild wandelt sich: Noch immer warten über 80-Jährige auf ihren Termin. Während in anderen Ländern in Supermärkten oder Drive-in-Stationen geimpft wird, müssen bei uns Senioren in Impfzentren Schlange stehen. Die USA wollen im Mai alle versorgt haben. Hier dagegen liegen Millionen Dosen herum, Astrazeneca mutiert zum Ladenhüter. Man kann nur hoffen, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson bald das Blatt wendet. Berlin und Brüssel müssen endlich in die Spur kommen.

Mike.Schier@ovb.net

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