Meinung

Irritationen um Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Besser als sein Ruf

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  • vonMarc Beyer
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Ein Produkt, das schützen soll, gibt kein gutes Bild ab, wenn Menschen lieber darauf verzichten und sich ungeschützt dem Corona-Alltag stellen. Der Pharmahersteller Astrazeneca macht diese unschöne Erfahrung gerade, nicht ohne eigenes Zutun.

Corona-Impfungen sind ein sensibles Thema, da ist es wichtig, in der Kommunikation den richtigen Ton zu treffen. Das ist bei Astrazeneca nicht immer gelungen. Bis heute gibt es Irritationen um die Wirksamkeit bei Menschen über 65 – fatalerweise genau die Gruppe, die besonders auf umfassenden Schutz angewiesen ist.

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Dass ausgerechnet hier die Datenlage so dünn ist, ist ein methodisches Versäumnis, das sich nun rächt. Auch die national unterschiedlichen Altersgrenzen – in Italien liegt sie bei nur 55 Jahren – flößen nicht gerade Vertrauen ein.

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Dennoch gibt es gewichtige Gründe auch für diesen Impfstoff, von der hohen Wirksamkeit gegen schwere Verläufe bis zu der leichten Handhabung. Noch vor ein paar Monaten wäre ein Präparat mit 70-prozentiger Wirkung als Wundermittel gepriesen worden. Heute herrscht regelrecht Vielfalt (wenn auch aktuell nur in der Theorie), und was eben noch ein Hoffnungsträger war, ist plötzlich dritte Wahl. Das wird einem Präparat nicht gerecht, das besser ist als sein Ruf.

Marc.Beyer@ovb.net

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