Coronavirus Glaubt nicht den Scharlatanen!

Coronavirus. Glaubt nicht den Scharlatanen! GEORG ANASTASIADIS.

Na bitte, geht doch: EZB-Chefin Christine Lagarde feuert im Krieg gegen das Coronavirus plötzlich doch mit der Bazooka: Für 750 Milliarden Euro will die Notenbank Staats- und Unternehmensanleihen kaufen. Die Bundesregierung spannt einen 40-Milliarden-Rettungsschirm für Solo-Selbstständige und Klein(st)betriebe, die über Nacht die Existenzgrundlage verloren haben. Und immer mehr Bundesländer bauen hastig Zeltkliniken, um sich für den Ansturm Schwerstkranker zu wappnen. Wurde auch Zeit!

Alle Maßnahmen, die bisher gegen das Virus ergriffen werden, folgen einem Muster: Sie kommen (zu) spät, weil Europas Entscheidungsträger, anders als ihre SARS-geprüften asiatischen Kollegen, die Gefährlichkeit des Erregers von Anfang an unterschätzten. Das ging los mit den lange versäumten Einreiserestriktionen und dem Kauf von Schutzkleidung, setzt sich fort mit der lange mangelnden Vorbereitung der Krankenhäuser und endet mit (zunächst) halbherzigen Antworten auf den Zusammenbruch der Wirtschaft. Deswegen war Europa im Kampf gegen das Virus, wie die Angelsachsen sagen, immer „behind the curve“ – man stolperte dem Unheil hilflos hinterher. Man darf hoffen, dass sich das langsam ändert.

Niemand sollte sich dabei irremachen lassen von Scharlatanen wie dem wichtigtuerischen Lungenarzt Wolfgang Wodarg, der weiter von „Panikmache“ fabuliert und zweifelnde Bürger zum Leichtsinn aufstachelt. Hilfreich wäre ein Besuch in einer norditalienischen Klinik, wo Menschen zu Tausenden unter elenden Umständen sterben, weil die Kliniken unter der Last der um Luft ringenden Patienten kollabieren. Kein Arzt sollte je in die Lage gebracht werden, darüber entscheiden zu müssen, wer das letzte Beatmungsgerät erhält. Und wer einsam sterben muss.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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