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Verkehrspolitik nach Corona: Vorfahrt für Bus & Bahn

DIRK WALTER
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Corona war auch für eine zukunftsweisende Verkehrspolitik ein Rückschlag.

Der MVV klagt über 40 Prozent Einnahmeausfälle, nur mit Hilfen des Staates – Bayern ist hier ziemlich knickrig – in dreistelliger Millionenhöhe können Bus- und Bahnbetreiber dieses Jahr überleben. Trotzdem ist es richtig, dass an den Planungen für einen Ausbau von Bus und Bahn festgehalten wird. An Ideen war ja vor Corona kein Mangel. Es wäre falsch, hier mit Streichungen zu beginnen. Das Corona-Jahr darf nicht Auftakt für eine Renaissance des Individualverkehrs sein.

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Die zweite Stammstrecke markiert dabei eher den Anfang denn das Ende derartiger Ausbaupläne. Fast alle S-Bahn-Außenäste sind reif für einen Ausbau. In München harren wichtige U-Bahn- und Tramverbindungen, etwa in den neuen Stadtteil Freiham, der Umsetzung. Eine neue Innenstadt-U-Bahn (U9) kostet Milliarden. Auch die nun vom MVV für 2021 angekündigten Expressbusse, die die Kreisstädte verbinden, werden vermutlich einige Zeit ein Zuschussgeschäft sein. Sinnvoll sind sie trotzdem.

Gerade im Umland ist der öffentliche Personennahverkehr gelinde gesagt ausbaufähig – da braucht man nur mal mit der Oberlandbahn Richtung Berge tuckern. Die bayerische Verkehrspolitik hat sich lange auf den Ausbau von Straßen kapriziert, sie muss endlich einen anderen Schwerpunkt setzen und sich in Zeiten knapper Kassen auf den Ausbau von Bahn & Bus konzentrieren.

Dirk.Walter@ovb.net

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