Corona-Testpflicht ist richtig

Urlaub in Risikogebieten. SEBASTIAN HORSCH.

Das Coronavirus liebt die Reisenden. Sie haben es schließlich erst überall dorthingebracht, wo es heute wütet. Um das zumindest hierzulande künftig zu verhindern, ist es unerlässlich, dass sich Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten flächendeckend testen lassen.

Dass sich die Lage in Deutschland zwischenzeitlich entspannt hat, ist auch den Grenzschließungen zu verdanken. Weil eine Zeit lang fast niemand mehr einreisen durfte, konnte es auch das Virus nicht. Eine harte Maßnahme, die keine Dauerlösung sein kann. Ein Deutschland, das sich abriegelt oder seine Bürger einsperrt, würde seiner Stärken beraubt. Doch gleichzeitig ist die Gefahr, dass aus Risikogebieten heimkehrende Urlauber das Virus wieder unkontrolliert verteilen, zu groß, um sich auf freiwillige Tests zu verlassen. Gerade diejenigen, die schon am Strand auf Corona-Regeln pfeifen, werden sich auch keiner freiwilligen Selbstkontrolle unterziehen, die unbequeme Folgen für sie haben könnte. Damit also nicht genau die Falschen durchs Raster fallen, braucht es die von Jens Spahn angekündigte Testpflicht.

Wer die Kosten trägt, ist dabei eine nachrangige Frage. Klar, gerecht wäre es, wenn diejenigen, die auf ihren Urlaub im Risikogebiet keinesfalls verzichten wollen, dafür auch selbst aufkommen müssten – und nicht die Allgemeinheit. Doch zumindest in Bayern hieße das auch, mit zweierlei Maß zu messen. Denn nicht nur im Urlaub gehen Menschen Risiken ein. Und für alle anderen im Freistaat sind Corona-Tests heute schon kostenlos.

Sebastian.Horsch@ovb.net

Kommentare