Corona-Studie in Bayern Solide Daten statt Blindflug

Corona-Studie in Bayern. Solide Daten statt Blindflug .

ANDREA EPPNER

Rollt bald ein Tsunami schwer kranker Coronapatienten auf deutsche Kliniken zu? Oder wären Notkrankenhäuser und Intensivbetten in so großer Zahl gar nicht nötig gewesen? Fakt ist: Wie hoch die Welle wirklich wird, können nicht einmal Forscher derzeit einigermaßen sicher abschätzen. Denn obwohl täglich neue Infektionszahlen gemeldet werden, fehlen ganz entscheidende Daten. Eine gefährliche Wissenslücke, die jetzt eine Studie in Bayern verkleinern könnte. Richtig so!

Denn das neue Coronavirus ist tückisch: Bei dem einen schlägt es mit voller Wucht zu, bei anderen bleibt eine Infektion fast symptomlos. Nur: Wie hoch ist die Zahl dieser unbemerkt Infizierten? Schätzungen zu dieser „Dunkelziffer“ gehen weit auseinander. Das macht es so schwer, die Brisanz der Lage abzuschätzen. Ist die Sterblichkeit doch viel geringer? Wie viele dieser nur scheinbar gesunden Infizierten gibt es, die das Virus dennoch verbreiten können? Und nicht zuletzt: Sind womöglich deutlich mehr Menschen als gedacht bereits immun? Antikörpertests, wie sie jetzt in Bayern zum Einsatz kommen, sollen bessere Antworten auf diese Fragen liefern – obwohl diese Tests noch verlässlicher werden müssen.

Doch auf bessere Tests zu warten, ist keine Option. Bis es die gibt, muss man eben mit dem arbeiten, was man hat. Denn schon bald werden Politiker entscheiden müssen, wann und welche Maßnahmen man lockern kann – und das sollten sie nicht im Blindflug tun, sondern auf Basis der besten Daten, die sie nun bekommen könnten.

Andrea.Eppner@ovb.net

Kommentare