Meinung

Corona-Schutz im Beruf ist ein blinder Fleck

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  • vonMartin Prem
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Die Wirtschaft im Kampf gegen das Corona-Virus ganz runterzufahren, wäre falsch.

Wo verbringt ein Mensch den größten Teil seines Lebens? In den eigenen vier Wänden. Und dann? Es folgt der Arbeitsplatz. Es ist bemerkenswert, dass dieser Lebensbereich in den Empfehlungen der Leopoldina zur Corona-Bekämpfung mit einem Rat, gewürdigt wird, nämlich Homeoffice. Die Damen und Herren Professoren haben in ihrem Blick auf Corona einen riesigen blinden Fleck: die Arbeitswelt.

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Fast alle menschlichen Kontakte sollen ja unterbunden werden. Was erlaubt bleibt, ist zum größten Teil dem Berufsleben zugeordnet. Und hier werden Schutzkonzepte und deren Durchführung allein den Unternehmen aufgebürdet, die gerade auch noch eine ganze Reihe anderer Sorgen haben. Das könnte sich bald als größter Schwachpunkt der gesamten Corona-Politik erweisen.

Es wäre Wahnsinn, zur Pandemie-Bekämpfung auch noch den Rest der gewerblichen Wirtschaft herunterzufahren. Der Schaden wäre irreparabel. Erforderlich sind Maßnahmen, die sich nicht im Patentrezept Kontaktverhinderung erschöpfen dürfen. Es geht im Arbeitsleben darum, Kontakte so zu gestalten, dass die Infektionsgefahr bestmöglich ausgeschlossen wird – mit für die konkrete Situation entwickelten kleinteiligen Schutzkonzepten. Vielleicht wird daraus auch einmal der derzeit fehlende Plan B für andere Lebensbereiche, falls sich auch der harte Lockdown als Fehlschlag erweist.

Schreiben Sie dem Autor: Martin.Prem@ovb.net

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