Corona und die Regierung Johnson Verdrängen schafft kein Vertrauen

Corona und die Regierung Johnson. Verdrängen schafft kein Vertrauen .

ALEXANDER WEBER

Natürlich wünscht man Boris Johnson persönlich alles Gute; dass der Corona-Kranke und werdende Vater bald die Intensivstation wieder geheilt verlassen kann.

Doch politisch hat das Bild des kranken Premiers durchaus Symbolkraft. Während anderswo Regierungen entschlossen und mit offenem Visier gegen die Pandemie kämpften und dafür viel Zuspruch ihrer Bürger erfahren – siehe Deutschland oder Österreich – hatte sich die Regierung Ihrer Majestät für einen Kurs des Verharmlosens und Verdrängens entschieden. Wo anderswo längst Distanz von den Menschen gefordert wurde, kündigte Johnson an, weiterhin fröhlich Hände schütteln zu wollen. Selbst als der infizierte Tory-Chef eine Klinik aufsuchen musste, verbreitete er noch Gute-Laune-Tweets, statt seine Mitbürger offen über seine Lage aufzuklären.

Man darf gespannt sein, ob der ehrgeizige Dominik Raab, der jetzt das Ruder von Johnson übernimmt, den Mut hat, einen anderen Kurs zu steuern. Mit mehr Transparenz und Offenheit angesichts der Probleme, die der desolate Zustand des Gesundheitssystems in der Krise zutage fördert. Die Queen hatte in ihrer historischen Rede an Disziplin und Durchhaltevermögen der Briten appelliert. Von Vertrauen in die Regierung sagte sie nichts. Zufall?

Alexander.Weber@ovb.net

Kommentare