Die AfD und Corona Plötzlich wieder Frontalopposition

Die AfD und Corona. Plötzlich wieder Frontalopposition .

MARCUS MÄCKLER

Die Normalität ist zurück – also bei der AfD. Die Landtagsfraktion scheint die kurze Phase des konstruktiven Mitwirkens in der Corona-Krise überwunden zu haben und fordert, wie auch die Parteiführung in Berlin, das sofortige Ende des Shutdowns. Er sei „gesundheitspolitisch sinnlos“, erklärt Bayerns Fraktionschefin, zerstöre Wirtschaft, Kultur und – natürlich – auch unsere Identität.

Mit gewohntem Katastrophen-Sound richtet sich die AfD wieder in der Rolle der Frontalopposition ein. Das war zu erwarten. Einer Anti-System-Partei tun zu viel Stille und Mittragen des Regierungskurses nicht gut – das zeigt sich ja auch in den Umfragen. Außerdem sieht die AfD jetzt, da die Akzeptanz der harten Einschnitte bei den Menschen auf einen kritischen Punkt zugeht, ihre Chance gekommen. Wie schon bei Migration und Klima will sie auch diesmal all jene einsammeln, die mit der Regierungslinie nicht einverstanden sind. Das ist legitim. Gefährlich wird es allerdings, wenn dafür die leise Vorstellung Einiger gefüttert wird, die Gesundheitsrisiken seien doch nur halb so wild und das Virus sei nur eine kleine Erkältung. So sehen es in der Gesamtpartei viele.

Protest ist und bleibt Selbstzweck dieser Partei, in Krisenzeiten umso mehr. Dagegen hilft nur eines: Die Regierung muss jede Maßnahme genau, vielleicht besser als jetzt, erklären.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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