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Maskenpflicht in Innenstädten: Mit Augenmaß vorgehen

DIRK WALTER
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Masken sind zur Verhinderung von Corona-Infektionen grundsätzlich sinnvoll. So weit dürfte, wenn man hartnäckige Verweigerer mal beiseite lässt, Konsens herrschen.

Eine Streitfrage ist jedoch, inwieweit eine Maskenpflicht auch im Freien das Infektionsrisiko eindämmt. Hier fährt jedes Landratsamt in Bayern offenbar seine eigene Linie. Es gibt kleine Kommunen wie etwa Aschheim, wo die Maske im Ortszentrum grundsätzlich Pflicht ist. Und es gibt große Kreisstädte mit Rekord-Inzidenz wie Traunstein, wo nichts passiert. Logisch ist diese Uneinheitlichkeit nicht. Einmal mehr fragt man sich, warum sich die Landratsämter in ihrer Anti-Corona-Strategie nicht absprechen.

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Zugleich kann man nur hoffen, dass die Ordnungskräfte bei Kontrollen die Verhältnismäßigkeit wahren. Wer nachts mutterseelenallein durch eine Geschäftsstraße schlendert oder am Bahnhof steht und die Maske nicht umhat, gefährdet niemanden – dann muss auch die Polizei, der das aus der Entfernung zufällig auffällt, nicht einschreiten. Wer die Bevölkerung mitnehmen will, der muss mit Augenmaß vorgehen – das gilt auch hier. Zustände wie im Frühjahr, als die Polizei sogar das Lesen auf einer Parkbank ahnden sollte und Bayern bundesweit lächerlich machte, braucht niemand.

Dirk.Walter@ovb.net

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