Meinung

Lockerungen für Menschen, die bereits gegen Corona geimpft sind, sind richtig

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  • vonAlexander Weber
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Über die Frage, ob Menschen, die bereits eine Corona-Impfung haben, wird gestritten. Dabei handelt es sich dabei um kein Privileg.

Man muss nicht mit allem einverstanden sein, was der deutsche Außenminister so alles von sich gibt. Aber der jüngsten Äußerung von Heiko Maas zu Lockerungen für Geimpfte kann man nur zustimmen. Sollte wissenschaftlich erwiesen sein, dass die Menschen, die bereits die Spritze zur Corona-Abwehr bekommen haben, keine Gefahr mehr für ihre Mitmenschen darstellen (was nach Aussage von Pfizer Chef Albert Bourla wohl im Februar feststehen wird), muss für sie der umfangreiche Corona-Verbots-Katalog aufgehoben werden.

Lockerungen für Geimpfte kein Privileg

Das ist kein „Privileg“, wie Bundesinnenminister Seehofer und andere Politiker oder Interessensvertreter fälschlich meinen, sondern eine Selbstverständlichkeit in einer freiheitlichen, rechtsstaatlichen Gesellschaft. Wenn der Anlass für den rigiden Eingriff des Staates in Grundrechte – und das ist etwa die Bewegungsfreiheit – entfällt, sind diese sofort wieder in Kraft zu setzen. Oder will man die komplette Kultur, die Gastronomie, die Hotellerie, den Tourismus und andere existenziell gefährdete Branchen auf Nullniveau halten, bis auch der allerletzte in Deutschland geimpft ist (und der möglicherweise gar nicht geimpft werden will)?

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Das wäre unverhältnismäßig. Und gefährlich. Die Idee, Ausnahmezustände zum erweiterten Instrumentenkasten der Politik zu machen, könnte ansteckend wirken. Der Schutz von Leben und Gesundheit ist zweifellos ein hohes Gut. Aber demnächst könnten politische Strömungen auf den Gedanken kommen, Klimaschutz sei beispielsweise ethisch genauso hochrangig – und die nächste rigorose Verbotswelle anpeilen. Nein. Das Maß darf nicht verloren gehen.

Schreiben Sie unserem Autor: Alexander.Weber@ovb.net

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