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Corona-Hass im Netz: Kleines Virus, großer Spaltpilz

HANS MORITZ
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War der erste Lockdown im Frühjahr noch von Angst, Verunsicherung und entsprechender Vorsicht geprägt, entwickelt sich das kleine Virus in der zweiten Welle zu einem immer größeren gesellschaftlichen Spaltpilz.

Zunehmend wütender und unversöhnlicher prallen die Meinungen aufeinander, vor allem in den „sozialen“ Netzwerken – die Vorsichtigen auf der einen Seite, die Sorglosen oder gar Leugner auf der anderen.

Selbst das bloße Veröffentlichen der täglichen Pandemiezahlen löst im Netz entrüstete Verbalgefechte aus. Das ist auch ein Akt der Verzweiflung. Dabei sind es nicht zuletzt die Verharmloser, die ihren fatalen Beitrag dazu leisten, dass die zweite Welle auch zum Ende der dritten Woche des stark gedrosselten öffentlichen Lebens unerbittlich weiterrollt. Ausgerechnet die, die am lautesten schreien, die Politik müsse den Menschen endlich alle ihre Freiheiten zurückgeben, tragen mit ihrem egoistischen Verhalten dazu bei, dass Einschränkungen aufrecht erhalten bleiben (müssen).

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Längst zeichnet sich überdeutlich ab: Ende November kann es gar nicht vorbei sein mit den Einschnitten ins gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Wahrscheinlicher ist, dass sie noch drastischer ausfallen werden. Dabei sollte auch den härtesten Kritikern bewusst sein: Mehr Normalität haben wir allein selbst in der Hand. Nur diese Einsicht wird uns den Alltag zurückgeben – bis ein Impfstoff für alle zur Verfügung steht.

Hans.Moritz@ovb.net

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