Corona in Entwicklungsländern Helfen, wo es geht!

Corona in Entwicklungsländern. Helfen, wo es geht!

MARCUS MÄCKLER

Der Blick richtet sich dieser Tage nach innen. Staaten versuchen je auf ihre Weise, mit der Corona-Pandemie fertigzuwerden. So verständlich das ist, so sehr verbieten sich in der globalisierten Welt Scheuklappen. Dass wir die Zeichen aus China lange blauäugig ignoriert haben, hat ja dazu beigetragen, dass sich das Virus so schnell verbreitete. Die Lehre daraus muss sein, dass wir auch bei der Bewältigung der Krise über Deutschland und Europa hinausblicken – vor allem in die Entwicklungsländer.

In den Staaten Afrikas drohen gewaltige Arbeitsplatz- und Einnahmenverluste. In Asien, dem Rückgrat der weltweiten Textilindustrie, dürfte das nicht anders sein. Dass ein Unternehmen wie Adidas ohne Not bei den Mieten knausert, ist ein schlechtes Zeichen für unzählige Näherinnen, die – sollte es den Bekleidungsfirmen wirklich an die Substanz gehen – wohl als Erstes ihre Jobs verlieren. Soziale Auffangnetze, wie sie in Europa existieren, gibt es im Grunde nicht. Und wenn schon bei uns die Frage des Systemkollaps gestellt wird, wie sehr bedroht Corona dann die ohnehin labilen Staaten der Welt? Von Kriegsgebieten wie Syrien, dessen Krankenhäuser in Schutt und Asche liegen, ganz zu schweigen.

Corona ist neben allem anderen auch ein Härtetest für die internationale Zusammenarbeit – zumal der Westen seine Mittel, Geld wie Ressourcen, mehr denn je zusammenhalten muss. Aber uns muss klar sein, dass das Virus die Erfolge gegen die Armut – eine der größten Fluchtursachen – aufzufressen droht. Wir müssen helfen, wo es möglich ist. Der Zusammenhalt, den wir uns derzeit so gern attestieren, muss auch für die Ärmsten gelten.

Marcus.Maeckler@ovb.net

Kommentare