Meinung

Das Coronajahr geht zu Ende: 2021 - kein Feuerwerk, aber viel Hoffnung

GEORG ANASTASIADIS
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Als die Erdenbürger von Sydney bis New York, von Peking bis Berlin vor zwölf Monaten das neue Jahr freudig begrüßten, träumten sie noch vom Beginn der „goldenen Zwanzigerjahre“.

Es kam bekanntlich ein wenig anders. Der Coronaschock traf die Menschheit unerwartet. Das Beste, was sich über das denkwürdige 2020 sagen lässt, ist, dass es erfreulicherweise heute zu Ende geht, und zwar verdientermaßen sang- und klanglos in einer stillen Silvesternacht – und dass 2021 wenig Mühe haben dürfte, ein besseres Jahr zu werden.

Trost schöpfen können wir aus Hölderlins berühmten Versen aus der Patmos-Hymne, die in diesen Tagen um die Welt geht: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ In nicht für vorstellbar geglaubter Geschwindigkeit hat menschlicher Forschergeist eine Waffe gegen das tückische, die Lebensfreude raubende Virus entwickelt. Mit ein wenig Glück erlaubt uns der Impfstoff irgendwann im nächsten Jahr die Rückkehr zu einem Leben, wie wir es kannten und liebten.

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Und es gibt noch viel mehr Grund, optimistisch ins neue Jahr zu blicken: In buchstäblich letzter Minute haben die schlafwandelnden Politiker (neudeutsch: Politiker*innen, noch so eine „Errungenschaft“ aus 2020) diesseits und jenseits des Ärmelkanals den völligen Bruch zwischen dem europäischen Festland und den Freunden und Partnern auf der britischen Insel abwenden können; die Bürger Amerikas haben einen Präsidenten abgeschüttelt, der mehr Unruhestifter als ruhender Pol der westlichen Wertegemeinschaft war. Und schließlich hat uns das boomende Asien nicht nur das Virus beschert, sondern – in Form einer boomenden Wirtschaft – auch den Rettungsring für unsere Exportindustrie zugeworfen.

Da ist, der Bundespräsident hat es gesagt, viel Licht am Ende des Tunnels – und es ist nicht der entgegenkommende Zug. 2021 kommt ohne Pomp und Feuerwerk. Aber sehnsüchtig erwartet.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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