CDU-Rentenkonzept Die AfD im Nacken SEBASTIAN HORSCH

CDU-Rentenkonzept. Die AfD im Nacken .

SEBASTIAN HORSCH

Jeder kennt das: Wenn man Unbequemes zu lange aufschiebt, muss man sich irgendwann furchtbar beeilen. Da geht es der CDU nicht anders als dem Normalbürger. Nur dass die Partei nicht etwa die lästige Steuererklärung links liegen gelassen hat, sondern ihr Rentenkonzept.

Wer den Christdemokraten die Zukunftsfragen nach Rentenniveau und Beitragsbelastung stellte, wurde lange vertröstet. Da eine Positionierung zwangsläufig Wähler verärgert hätte, konnte man das Thema im Merkel-Wahlkampf 2017 ganz einfach nicht gebrauchen. Also verwies die CDU stets auf eine damals noch nicht einmal gegründete Rentenkommission, die das alles schon regeln werde. Irgendwann. Auch nach der Wahl lautete die Devise weiter: nicht bewegen. Doch nun stehen im Herbst die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen an, bei denen die AfD der CDU die Hölle heißzumachen droht. Vor allem mit dem Reizthema Rente wollen die Rechtspopulisten im Osten punkten. Die AfD drängt seit Monaten mit verschiedenen – teils äußerst ausgabenträchtigen – Konzepten in die Öffentlichkeit und plant sogar einen Sonderparteitag. Die CDU hat: fast nichts.

Dieses Problem erkennt nun auch die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie kündigt an, ihre Partei werde sich demnächst auch einmal ernsthaft Gedanken zur Alterssicherung machen. Gut so. Sie sollte sich ranhalten. Gerade im Osten schienen die Wähler mit der CDU zuletzt alles andere als besonders geduldig zu sein.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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