CDU-Debatte über Migration Der junge Milde und seine Hausaufgaben

CDU-Debatte über Migration. Der junge Milde und seine Hausaufgaben .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Das gute Gewissen der Republik heißt Günther. Wann immer seit zwei Jahren eine Stimme für Milde, Sanftmut und Leisetreterei in der Migrationspolitik gesucht wird, findet man sie beim neuen Ministerpräsidenten in Kiel. Seine Sichtweise ist legitim, sie muss in der Volkspartei CDU Platz finden. Er hat mit dieser klaren Position auch die Landtagswahl 2017 gewonnen, mit für CDU-Maßstäben guten 32 Prozent – ein Umstand, den man in Teilen mit dem geografischen Detail erklären kann, dass weder Mittelmeer- noch Balkanroute über Dänemark führen.

Seine Partei hat sich von Daniel Günther aber mit bemerkenswerter Dynamik weg entwickelt. Der offizielle Bruch der neuen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer mit Merkels Asylpolitik, vollzogen in diesem Monat, geschah gegen den Willen des Ministerpräsidenten aus Kiel. AKK definiert die Mitte neu, und zwar sinnvoll: in Äquidistanz zwischen Günther und der in der Migrationspolitik nun moderater auftretenden CSU.

Das Nachmaulen aus Kiel darüber darf verhallen. Besser wär’s, Günther würde sich in der Problemlösung konstruktiver einbringen. Sein von den Grünen mitregiertes Land zählt im Bundesrat zu den Blockierern bei der dringend nötigen Ausweisung sicherer Drittstaaten. Günther, das gute Gewissen der Republik, hat da selbst noch dringend ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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