Meinung

Union auf Kuschelkurs mit den Grünen: Der Albtraum der SPD

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  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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In der SPD haben sie furchtbar schlecht geschlafen übers Wochenende. Ein Albtraum plagte die Spitzengenossen, und ihr parlamentarischer Geschäftsführer Carsten Schneider vertraute sich auch gleich am Montag der dpa an: In der Nacht nach der Bundestagswahl könnten die grünen Wunschpartner im Koalitions-Lotterbett womöglich nicht neben Olaf Scholz aufwachen – sondern neben Friedrich Merz.

Der CDU-Kanzlerkandidaten-Kandidat ist neuerdings so eine Art Gottseibeiuns für jene, die sich selbst viel auf ihre Fortschrittlichkeit einbilden.

Grüne werfen der Union bei Parteitag jede Menge Kusshändchen zu

Schneiders Albtraum soll, man ahnt es, vor allem linke Wähler erschrecken, die noch nicht genau wissen, ob sie ihr Kreuz im September bei der SPD oder doch lieber bei den Grünen machen sollen. Im Lagerwahlkampf der Genossen ist den Grünen die Rolle der unsicheren Kantonisten zugedacht. Und es stimmt ja, dass die beiden Grünen-Chefs Robert Habeck und Annalena Baerbock auf ihrem Parteitag am Wochenende vor allem der Union jede Menge Kusshändchen zugeworfen haben.

Was die SPD in ihren bösen Träumen allerdings verdrängt: Es ist vor allem ihre  eigene Schwäche, die eine rot-rot-grüne Liebeshochzeit erschwert und es den vermeintlich untreuen Grünen ratsam erscheinen lässt, vorerst zweigleisig zu fahren. Das wird sich vermutlich auch nicht grundlegend ändern, solange die Esken-SPD lieber über Genderpolitik räsoniert, als das zu tun, was ihr Job ist: sich um die Alltagsnöte der kleinen Leute zu kümmern.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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