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MEINUNG

Kanzlerkandidaten-Duell: Laschets Restrisiko, Söders letzte Chance

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Die CDU und die CSU stützen ihre Chefs. Nur zwei Wege führen für Markus Söder ins Kanzleramt. Beide erfordern einen Putsch der CDU gegen ihren Chef Armin Laschet.

Die erste Gelegenheit zu einer Revolte von oben hat die Partei gestern verstreichen lassen: Im Präsidium stellten sich die Granden erstaunlich einmütig hinter Laschet; nicht mal Norbert Röttgen wagte Widerspruch.

Dem Münchner Regenten bleibt jetzt noch die Hoffnung auf eine Rebellion von unten, von der CDU-Basis. Doch auch dafür verrinnt die Zeit: Spätestens nächsten Sonntag, bevor die Grünen ihren Kanzlerkandidaten (eher: die Kandidatin) präsentieren, schließt sich das Zeitfenster. Denn zumindest die Blamage, als Allerletzte ihren Spitzenkandidaten zu benennen, will sich die Panik-Union ersparen.

Bisher haben gut 60 CDU-Abgeordnete, die Berliner Hauptstadt-CDU und der Ortsverband Düsseldorf-Lierenfeld in Laschetland Lust zur Revolution erkennen lassen. Das ist noch zu wenig. Dass Söder gestern kurz mit der Möglichkeit einer Mitgliederbefragung zündelte, das Feuer aber auch gleich wieder austrat, zeigt aber, dass er den Druck vor seinem heutigen Besuch in der Bundestagsfraktion mit aller Macht aufrechtzuerhalten versucht. Ein Söder gibt nicht klein bei, mag auch die Braut nicht willig sein. Die Fraktion ist Laschets Restrisiko und Söders letzte Chance.

Gibt es dort keinen Stimmungsumschwung zugunsten des Bayern, gilt dessen Exit-Plan: Er wolle, hat er versprochen, „kein Strauß“ sein, sprich die Konfrontation nicht auf die Spitze treiben und Laschet den Vortritt lassen, wenn die CDU das partout wolle. Das war clever.

Denn beide Alternativen – die kampflose Aufgabe und die mit der Brechstange erpresste Kandidatur – würden das Ende von Söders politischer Sonderrolle bedeuten: Im ersten Fall hätte es geheißen, er sei ein Spieler, der wenn’s drauf ankommt kneife. Und im zweiten Fall? Da würde er zwar Kandidat – aber wegen der Verletzungen in der Union nicht Kanzler.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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