Es braucht intelligente Lösungen

Übertourismus im Oberland. PETER REINBOLD.

Es gibt die Grenzen des Wachstums, die der Club of Rome“ schon in den 1970er Jahren eindrucksvoll beschrieb, und die Grenzen der Belastung. Die sind vor allem im Oberland erreicht – wenn nicht gar überschritten. Der „Urlaub daheim“ boomt – mit sämtlichen Vor- und vor allem Nachteilen. Alle Top-Destinationen sind davon betroffen und stöhnen über schwindende Lebensqualität, die der Run auf die Berge und die Naherholungsgebiete mit sich bringt. Übertourismus heißt das Stichwort, das Einheimische und Kommunalpolitiker auf die Barrikaden treibt. Es sind Auswüchse, die die Kluft zwischen Stadt und Land weiter vertiefen. Verstopfte Straßen, zugeparkte Wohnviertel, vermüllte Landschaften – da verlieren selbst die paradiesischen Ecken ihren Reiz.

Dass sich die Einheimischen zur Wehr setzen und per Demonstration, wie am Samstag in Wallgau, auf ihre Situation aufmerksam machen – nur zu verständlich. Die negativen Folgen des Freizeithypes sind nicht mehr zumutbar.

Der Auftrag an die Politik in München und Berlin ist eindeutig: Es muss gehandelt werden. Es gibt zahlreiche Instrumente: Investitionen in Straßenbau, Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs, digitale Besucherlenkung könnten helfen. Entscheidend sind intelligente Lösungen, die Entlastung schaffen, ohne das für die Tourismusregionen so wichtige Urlaubsgeschäft abzuwürgen. Ein Spagat, wenn er gelingt, der Einheimischen und Gästen dienen und gleichzeitig versöhnen kann.

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