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Boris Johnson erinnert sich: Wollte Berlin den Fall Kiews?

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Hoffte die deutsche Regierung nach dem russischen Einmarsch auf einen raschen Kollaps der Ukraine, wie es der britische Ex-Premier Johnson nun ausplauderte? Das zu erforschen, ist Aufgabe von Historikern.

Hinweise gibt es – etwa die sofortigen und sehr drastischen Warnungen des Kanzlers vor einem Atomschlag Putins, mit der er seine Zurückhaltung bei Waffenlieferungen begründete. Kein anderer westlicher Regierungschef sprach damals so. Auch FDP-Chef Lindner soll, so berichtet es der damalige ukrainische Botschafter, in einem Gespräch mit ihm seine Erwartung einer raschen Niederlage Kiews geäußert haben. Darin lag gewiss ein Funken Wunschdenken. Denn das wirtschaftlich lange eng mit Russland verflochtene Deutschland trägt, abgesehen von der Ukraine, die Hauptlast des Krieges, musste und muss daher auch ein besonderes Interesse an einem raschen Kriegsende haben.

Doch wichtiger als anfängliche Fehleinschätzungen in Berlin war das rasche Einschwenken in eine gemeinsame westliche Abwehrfront gegen den Aggressor, das mit der Zeitenwendenrede von Olaf Scholz erfolgte. Damit war die Einheit des Westens gewahrt und die erste Kreml-Niederlage besiegelt. Ebenfalls ein spannendes Betätigungsfeld für Historiker dürfte die Frage sein, ob die Ampelregierung je eine andere Wahl hatte, als sich bei der Verteidigung der europäischen Friedensordnung an die Seite seiner Partner zu stellen. Ja, der Krieg ist teuer. Doch auch die von der AfD (und Frau Wagenknecht) offenbar gewünschte Aufkündigung dieser Partnerschaft hätte für Deutschland einen horrend hohen Preis gehabt, wirtschaftlich, aber auch politisch. Seinen Führungsanspruch in Europa hätte Berlin, wenn es den Verbrecher Putin hätte gewähren lassen, auf ewig verspielt.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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