Der Boom-Region droht der Knick

Job-Abbau am Flughafen? HANS MORITZ.

Mit dem Flughafen München und seinem Umland verhält es sich wie mit der ungeliebten Schwiegermutter. Ist sie im Haus, nervt sie recht schnell. Aber die Schecks zum Geburtstag und zu Weihnachten nimmt man gerne. Die Corona-Wirtschaftskrise zeigt, wie eng vor allem die Kreise Erding und Freising mit Deutschlands Flughafen Nummer zwei verwoben sind.

Tausende Menschen aus der Region finden hier Arbeit. Handwerker und Dienstleister bekommen ihre Auftragsbücher gefüllt. Und ein Heer von Landwirten verdient sich ein ordentliches Zubrot, wenn sie im Sommer Grünflächen mähen und im Winter den Schnee von den Startbahnen schieben. Nicht zuletzt die Gemeinden profitieren enorm. Sie erhalten so viel Gewerbe- und Einkommenssteuer, dass das Regieren ein komfortables Geschäft ist. Geld ist genug vorhanden. Bis jetzt.

Der Lockdown hat bereits Einnahmen in Millionenhöhe gefressen. Plötzlich müssen die verwöhnten Bürgermeister aufs Geld schauen. Die IHK hat unlängst fast schon flehentlich die Renaissance der Luftfahrt beschworen. Noch weiß keiner, wie schlimm Personalabbau und Pleiten ausfallen. Das Umland muss damit rechnen, den Titel Boom-Region vorerst zu verlieren. Harte Zeiten brechen an. Die, die im Moos-Airport stets das Monster im Moos gesehen haben, werden betreten schweigen.

Hans.Moritz@ovb.net

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